Seide

 

 

 

 

 

Seide wird meist aus dem Kokon des, sich verpuppten und noch nicht geschlüpften, Seidenspinners (Maulbeerspinner) gewonnen. Hauptzuchtgebiet ist China. Das Land aus dem die Seide ursprünglich kommt. Ein geringer Teil der Seide kommt aus Südeuropa. Die Zucht der Raupen findet industriell statt.

 

Seide ist die leichteste aller Naturfasern, sie muss aber nach dem abhaspeln (abspulen des Fadens vom Kokon) entbastet (Entfernung des Seidenleims) werden. Seide wird unterteilt in:

 

·       Haspelseide (entbastete Maulbeerseide): Seidenfaden der in einem Stück vom Kokon abgewickelt wird und bis zu 1000m lang werden kann. Sie ist die wertvollste Seide.

knittert wenig, geschmeidig, edler Glanz, größte Feinheit

 

·     Schappeseide: Sie wird aus Resten des Kokons oder beschädigter Kokons hergestellt bei denen die Seidenfasern   nicht mehr abgehaspelt werden können. Durch maschinelles "kämmen" und bearbeiten durch Maschinen werden   glatte gleichmäßige Garne hergestellt.

 

fein, glatt, gleichmäßig, günstiger als Haspelseide

 

·      Bourretteseide: Die kurzen Seidenabfallfasern, die durch das Kämmen bei der Herstellung der Schappeseide              anfallen, werden maschinell weiterverarbeitet.

 

gröber, noppig, ungleichmäßig

 

·     Wildseide: Die Kokons der wildlebenden Tussahspinner die sich in der Natur auf Bäumen oder Sträuchern                 verpuppt haben und schon geschlüpft sind, werden gesammelt und verarbeitet. Die Kokons lassen sich durch die       Beschädigung die beim Schlüpfen entstanden ist nicht mehr abhaspeln. Deshalb wird sie maschinell                             weiterverarbeitet.

 

grob (dickere Fasern und andere Querschnittsform), Kann meist nicht entbastet werden, harter Griff, schwerer als Maulbeerseide, dunkle matte Farbe, mattglänzend, ungleichmäßig 

 

Vorteile der Textilien aus Seide:

·       kühl und zugleich wärmend

·       kann 1/3 ihres Gewichtes an dampfförmiger .                    Feuchtigkeit aufnehmen ohne sich feucht .                        anzufühlen

·       trocknet schnell

·       sehr hautfreundlich

·       entbastete Seide hat einen hohen Glanz, ist fein .              und hat einen angenehmen Griff

·       gute Elastizität, dadurch knittert sie nicht stark               (Ausnahme: sehr feine und                                                       erschwerte Seidengewebe¹)

·       sehr gute Dehnbarkeit

·       sehr hohe Reißfestigkeit (Nähseide, Zahnseide,                Krawattenseide, Fallschirmseide)

·       sehr hohe Scheuerfestigkeit

 

Nachteile:

·       Gefahr von "Schweißrändern" auf Textilien 

·       erschwerte Seide¹) sollte nicht liegend oder                      gefaltet aufbewahrt werden, da sie an den                          Knickstellen brechen kann

·       sehr empfindlich gegenüber Licht, längere                          Belichtung durch Sonne oder Leuchtstoffröhren                kann Farbveränderungen hervorrufen, und trockene          Hitze macht Seide brüchig

·       neigt zu elektrostatischer Aufladung

·       die Beständigkeit gegenüber Laugen ist schlecht,            deshalb sollte sie mit handwarmen Wasser,                        Feinwaschmittel und wenig Beanspruchung                       ( Reibung, Bürsten, Wringen) gewaschen werden

 

 

 

 

 

 


Umwelt:

Die Maulbeerspinner werden in ihrem Kokon lebendig mit heißem Dampf oder trockener Hitze getötet, um den unbeschädigten Kokon zu verarbeiten. Bei der Seidenproduktion entstehen große Mengen an Abfall- und Nebenprodukte, welche zur Tierfütterung genutzt werden können. Weitere Umwelteinflüsse außer der üblichen industriellen Probleme sind mir zurzeit nicht bekannt.

 

Faserprüfung:

Verbrennt brodelnd und bildet einen zerreibbaren, schlackeartigen Rückstand. Seide knirscht beim aufeinander reiben.

 

¹)erschwerte Seide: Beim Entbasten wird der Seidenleim durch Abkochen der Seide in Seifenwasser entfernt, wodurch die Seide leichter wird. Für manche Verwendungszwecke ist die Seide nun zu leicht, und muss "erschwert" werden. Zur Erschwerung werden Metallsalze oder Kunstharze verwendet, was aber dazu führt dass sich die Eigenschaft der Seide ändert ( erhöhtes Faservolumen, schwer, steif, knitteranfällig, verminderte Haltbarkeit, stärkerer Glanz).