Leinen

Bäuerinnen beim Flachs brechen

Leinen ist ein pflanzliches Naturprodukt, das aus der Flachspflanze, genauer aus den Flachsfasern im inneren des Stängels gewonnen wird. Aufgrund der guten Feuchtigkeitsaufnahme, eignet sich Leinen hervorragend für Sommer und Tropenkleidung. Leinenstoff nimmt bis zu 10% Feuchtigkeit und bis zu 17% Luftfeuchtigkeit auf, ohne sich dabei feucht anzufühlen. Leinen wurde schon lange vor der Baumwolle zur Produktion von Textilien verwendet.

Vorteile von Textilien aus Leinen:

  • Feuchtigkeit wird sehr gut aufgenommen und selbst bei hoher Luftfeuchtigkeit fühlt sich das Kleidungsstück nicht so schnell feucht an
  • Leinen lädt sich nicht elektrostatisch auf
  • die Scheuerfestigkeit ist gut bis mittel, die Reißfestigkeit dagegen sehr hoch
  • wenig anfällig für Schmutz, fusseln nicht
  • durch ihre Luftdurchlässigkeit sind Textilien aus Leinen sehr gut für Sommer- und Tropenkleidung

Nachteile:

  • sehr geringe Dehnung und Elastizität (starke Knitterneigung, schwer zu bügeln), kann aber auch vorteilhaft sein bei "edlem Knittereffekt"
  • trocknet langsam
  • Beständigkeit gegenüber Laugen ist nicht so gut (waschen)
  • Wärmerückhalt sehr schlecht und somit nicht so gut für wärmende Textilien geeignet

Der Flachsanbau geschieht im  mäßigen Klima mit konventioneller Landbewirtschaftung. Flachs wird auch in der EU (Frankreich, Belgien, Niederlande) angebaut und unterliegt dort den strengeren EU Richtlinien in Bezug auf Pflanzenschutzmittel. Leinen wird natürlich auch als "Bioprodukt" angeboten.

Faserprüfung:

Bei der Brennprobe zeigt sich eine schnell verglühende, helle, große Flamme und der Geruch ähnelt dem verbrannten Papiers. Es entsteht graue Flugasche. Bei der Reißprobe entstehen glatte, steife, besenartige Faserenden.